humanmonitoring

Masterthesis / Abstract

Masterarbeit: Sebastian Glaeser
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. WUERZBURG. 2006
Information wird dann zu verwertbarem Wissen, wenn der Rezipient deren Bedeutung zu verwerten weiß. Jeder mediale Informationsträger ist in irgendeiner Form syntaktisch strukturiert und darauf ausgelegt, nach seine Decodierung dem Empfänger einen Mehrwert zu bieten.

In vielen Fällen bestehen solche Inhalte aus Informationen, die nach gewissen Filterregeln dem Wissenspool des Empfängers hinzugefügt werden. Dieses Wissen kann nun bewertet werden und es können Reaktionen und Handlungen daraus resultieren. Medien werden so zu kommunikativen Mittlern zwischen einem Ist-, und einem möglichen Sollzustand. In der Evolutionsgeschichte der "Informationsmittler" hat sich die Wahrnehmung des Menschen immer an das jeweilige Medium angepasst, sodass sich spezifische Informationscodierungen etablierten.

Die digitale Informationsverarbeitung macht es noch deutlicher, dass Medien etwas sichtbar machen können, was physikalisch so nicht möglich ist. Die virtuelle Realität schafft daher Informationsräume welche durch ihre Multidimensionalität ganz neue Möglichkeiten der Wahrnehmung, Kommunikation und durch ihre Dynamik auch Interaktion bietet.

Viele Informationen erfahren durch ihren Ortsbezug einen maximalen Mehrwert. Google Earth hat die Orts-Information als erstes populär gemacht. Seither sind Begriffe wie Geotagging, Mapping und mobile Navigation Bestandteil der täglichen Informationsbeschaffung. Die Orientierung und Navigation im Raum wurde dadurch nicht nur erheblich erleichtert, sondern viele Inhalte können in Folge dessen wesentlich schneller und intuitiver erfasst werden.

Virtualität hebt den realen Raum nicht auf, wir bewegen uns noch immer in einer realen Umgebung. Eine ideale Kombination dynamische, virtuelle Informationen mit Ortsbezug begreifbar zu machen ist es, die Realität um diese Elemente zu erweitern.
Mixed Reality wird daher die nächste evolutorische Stufe in der medialen Entwicklung bilden. Informationen werden exakt dort sichtbar und wahrnehmbar gemacht wo sie benötigt werden oder entstehen.
In dieser Arbeit steht der Mensch im Zentrum der Auseinandersetzung verorteter Informationen, denn viele medizinischen Werte, werden in ihrem Ortsbezug wesentlich präziser interpretierbar.
Der Mensch als Rezipient äußerer Einflüsse und Wahrnehmungsparameter steht während seiner Bewegung im Raum in einem andauernden Wirkungsgefüge zwischen Körper und Umwelt. Dies können umweltbiologische, klimatische, topologische oder auch soziologische Wechselwirkungen sein.

Die sensorische Erfassung dieser Informationen kann durch korrelativ Darstellung kausale Zusammenhänge aufzeigen. Diese Arbeit versucht durch die verortete Visualisierung dieser menschlichen "Datenaura" in der erweiterten Realität Wahrnehmungsprozesse zu optimieren. Unterstützt wird dieses System durch einen in die Realität projizierten Avatar, der als digitales Pendant eine direkte Feedbackkomponente meines persönlichen Zustandes bildet.

Alle Zustände werden ortsbezogen "eingefroren" und abgespeichert. So kann der Mensch neben der Echtzeitlichen Betrachtung durch Rückblick seinen eigenen Systemverlauf verortet und verzeitlicht abgehen und ablesen. Zur Nachbetrachtung sind diese Informationen zusätzlich in einer virtuell simulierten Realität abrufbar und interpretierbar.

Die entstandene Applikation ist als Prinzipskizze zu sehen. Je nach Anwendungsart und Art der gemessenen Werte können sich unterschiedlichste Einsatzgebiete ergeben. Das Spektrum reicht über den medizinischen, sportlichen und umweltbiologischen Einsatz bis in automotive Bereiche oder zur Optimierung von Raumforschungsprozessen.