humanmonitoring

Concept / Themenfindung

Masterarbeit: Sebastian Glaeser
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. WUERZBURG. 2006
Ich beschäftige mich seit etwa einem Jahr mit dem Themenbereich "Human Monitoring", welchen ich in meiner Diplomarbeit zu einem ersten Prototypen einer Anwendung entwickelt habe. Grob umrissen beschäftigt sich mein Thema mit der Visualisierung des menschlichen Datenraumes. Jeden Menschen umgibt eine systemimmanente Aura, die sich aus äußeren und inneren Einflüssen zu- sammensetzt. Diese Aura besteht zum Teil aus messbaren Werten, die man als Datenraum des Menschen bezeichnen könnte. Daten des Menschen wie EKG, Puls, Blutdruck, Temperatur, Bewegung usw. werden zur Interpretation und Analyse im Allgemeinen als zweidimensionale Kurvengrafiken im zeitlichen Verlauf dargestellt. Wenn man sich aber einmal von der Konvention gewohnter Darstellungen löst und mehrdimensional denkt, wird einem bewusst, dass die zweidimensionale Darstellung, im Grunde nur ein Hilfskonstrukt des je- weiligen zweidimensionalen Mediums ist, sich aber als Konvention und Stan- dart nachhaltig etabliert hat.

Ein Wert alleine hat meist kaum Aussagekraft. Langzeitmessungen geben einem zwar einen zeitlichen Verlauf wieder, aber nicht besonders viel Interpretations- spielraum. Die bisherigen, etablierten Darstellungskonventionen sind medien- immanent und in ihren Möglichkeiten begrenzt. Die verortete Darstellung im virtuellen Raum hingegen ermöglicht durch ihre Multidimensionalität eine den Daten entsprechend optimierte Abbildung von Werten. Zudem bietet die Ein- bindung von orts- oder personenbezogenen Subinformationen im dreidimen- sional bespielbaren Raum viele Möglichkeiten. Denn zu jedem Wert den es auf dieser Welt gibt gehört ein Ort, ein Zeitpunkt und gewisse Korrelationsfaktoren die ihn beeinflussen. In meiner Diplomarbeit habe ich erste Studien zur Darstel- lung von Datengrafiken im dreidimensionalen, virtuellen Raum entwickelt. Ich versuchte durch die Verortung von menschlichen Daten neue Darstellungen zu suchen, und somit neuen Interpretationsraum zu schaffen. Mein Diplom sehe ich hier als Grundlage und Beginn der folgenden Auseinandersetzung mit diesem Thema. Habe ich mich bisher hauptsächlich mit der Darstellung der vom Men- schen erzeugten Werte beschäftigt, will ich nun die den Menschen beeinflussen- den, von aussen kommenden Werte in die Grafiken mit einfließen lassen. Dieses Human-Biomonitoring untersucht beispielsweise die Belastung des Menschen mit Schadstoffen bzw. allgemeiner die Beeinflussung des Körpers durch äußere Einflüsse.
Diese wären beispielsweise viele Arten von Strahlungen, klimatische Verhältnisse oder Lärm. Schwerhörigkeit durch Lärmbelastung ist mittlerweile zur Volkskrank- heit geworden. Es ist uns vordergründig kaum mehr bewusst wieviel Schall wir im Tagesablauf ertragen müssen welcher unterbewusst unsere Lebensqualität mindert und beispielsweise Auslöser für Stress und andere psychosomatische Krankheiten sein kann. Die Luftverschmutzung durch Umweltgifte, Smog oder Feinstaubbelastung ist ebenso an der gesundheitlichen Schädigung des Men- schen beteiligt wie der umstrittene Einfluss beispielsweise von Mobilfunk- und anderen nichtionisierenden Strahlungen. Die Palette der messbaren Werte ist sowohl auf der Seite des Menschen als auch auf der der Umwelt groß. Jede Kombination und somit Korrelationsmöglichkeit eröffnet ein neues, spannendes Einsatzgebiet. Es geht um die verortete Visualisierung menschbezogener Werte. Ich will mich daher nicht im Voraus auf ein spezielles Einsatzgebiet festlegen. Die Welt von Daten und Werten zu ordnen ist eine Große Herausforderung für die Zukunft. Elektronische Daten bilden mittlerweile zum einen die Grundlage unserer Gesellschaft und Lebens und zum anderen eine große Chance Neues zu entwickeln.