humanmonitoring

Concept / Themenfindung

Masterarbeit: Sebastian Glaeser
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES. WUERZBURG. 2006
Meine Recherche zu diesem Themenbereich hatte ich damit begonnen, mich erst einmal ganz allgemein über den Mensch als Datenlieferanten zu informieren. Wie sieht das Systemgefüge des Menschen intern und in Zusammenhang mit seiner Umwelt aus. Hierbei spielen medizinische und umweltbiologische Themen genauso eine Rolle wie systemtheoretische, soziale und ethische Fragestellungen. Der Mensch als System "produziert" eine Vielzahl von Daten, die gemessen und verarbeitet werden können. Wie zum Beispiel: Körpertemperatur, Blutdruck, Puls, EEG, EKG, Atmung, Glukosegehalt des Blutes, Galvanic Skin Response GSR, (Hautwiderstand), Biofeedback, Neurofeedback, Bewegung und Körperlage, Atmung, & . Aus den gewonnenen Daten lassen sich dann im zweiten Schritt beispielsweise Rückschlüsse auf den derzeitigen Zustand des menschlichen Körpers ziehen. Angewandt wird dieses Monitoring medizinisch bisher meist bei Langzeituntersuchungen zur Anamneseunterstützung bei bestimmten Krankheitsbildern. Ich habe versucht mich in diesen Bereichen zum Spezialisten zu machen, vor allem was die Datenvisualisierung der verschiedenen Werte betrifft. Ich will mich für meine Untersuchungen aber nicht auf medizienische Aussagen beschränken. Was das Ermitteln beispielsweise von äußeren Einflüssen betrifft, kann man zum einen körperbezogene Messungen mit Sensoren aufnehmen und so die jeweiligen Daten erhalten. Zum anderen kann man auf vorhandene Strukturen und Resourcen zugreifen. Zum Beispiel hat das Umweltbundesamt auch in Würzburg vier Messstationen, welche die Luftzusammensetzung ermitteln. Auf diese kann man online Zugreifen und so zeitecht Daten erhalten. Dies sind Beispielsweise Feinstaub, Ozon, Kohlendioxydgehalt, Kohlenmonoxyd ... . Studien zur Visualisierung dieser äußeren Einflusswerte werden wohl ein spannendes Gebiet werden, da es in diesem Bereich noch wenige Erfahrungen gibt. Im Gegansatz zu der punktuellen, verorteten Visualisierung von Werten nimmt die äußere Umgebung einen Raum ein der aus Werten besteht. In meiner Diplomarbeit bildeten Rasterdaten des Bundesvermessungsamtes und Kartenmaterial aus "Google Maps" die Grundlage für meine virtuelle Umgebung in welcher ich mich bewege. "Google Maps/Earth" hat sich im Laufe des letzten Jahres durch die einfache Einbindung von .kml Files zum spannenden Tool einer frei zur Verfügung stehenden Verortungsplatform verschiedenster Informationen und Daten entwickelt. Möglicherweise kann man auf diese Grundlage aufzusetzen. Ob dies sinnvoll ist, werden Untersuchungen zeigen. Für die Weiterführung dieses Themas gibt es nun mehrere Möglichkeiten die es zu testen gibt. Sehr interessant wäre eine AR Anwendung welche es dem User ermöglicht in Echtzeit seinen Datenraum im realen Raum zu betrachten. Der User könnte durch eine Rückschau (beispielsweise durch ein HMD) den Verlauf seiner Werte in den Realraum projeziert visualisiert sehen. Dies bedarf aber nach dem heutigen Stand doch recht aufwendiger Trackinverfahren, deren sinnvolle Funktionalität es erst zu testen gilt. Eine weitere Möglichkeit wäre es die Visualisierung komplett in der VR stattfinden zu lassen. Hier sind Methoden zu testen, die vom manuellen Nachbilden eines Testgebietes bis zur Netzwerkseitigen Implementierung vorhandener Karten- und Datenresourcen reichen. Hier ist eine sinnvolle, wertebezogene Abbildung zwischen realer und abstrahierter Simulation der Realität zu finden. Das Wiener Forschungszentrum "vr vis" hat beispielsweise ein tool (MetropoVis) entwickelt welches zweidimensionale Bilder in dreidimensionale Strukturen umwandelt. So etwas könnte man möglicherweise einbinden. So gibt es viele Forscher im Bereich der Erstellung digitalisierter Realitäten und Geoinformationssysteme (GIS) welche interessante Kooperationspartner sein könnten (wie citygrid, imagination... oder das Projekt x3D-earth des x3D Konsortiums http://www.web3d.org/x3d-earth/ ). Diese entwickeln Tools und Basistechnologien welche oft die Grundlage von Tourismusinformationssystemen (personalisiertes GIS) oder für die Organisation politischer, kommunaler, industrieller, wissenschaftlicher oder architektonischer Bereiche bilden.